4. Köhlbrandbrückenlauf

Das Jahr 2014 war mein Jahr der ersten Wettkämpfe. Ich hatte den HASPA Marathon-Fluch gebrochen und ihn geschafft. Gefolgt vom 1.HEK Halbmarathon, den ich auch beendete und wie den Marathon in sehr guter Erinnerung behalten habe.

Natürlich redete ich im Freundes- und Bekanntenkreis viel über meinen ersten Marathon. Hatte er mich doch nachhaltig geprägt und zu einem kleinen Laufjunkie gemacht.

Ich redete auch mit Chrissi, meiner Kollegin aus Hannover darüber. Wir wollten auch gerne mal einen Lauf zusammen machen. Als sie dann mit der Idee kam den Köhlbrandbrückenlauf zu machen war ich sofort dabei.

Sogar meine beiden Kolleginnen Nicole und Andrea konnten wir begeistern. War doch für beide noch genügend Zeit zum Training. Andrea sprang dann leider doch ab, hatte aber auch allen Grund dazu.

Nicole hingegen blieb dabei, hatte dann aber das gleiche Problem wie ich beim Marathon. Das Training war dann doch nicht so erfolgreich wie gedacht. Aber sie ging mit uns an den Start.

Beim Köhlbrandbrückenlauf gibt es allerdings eine Besonderheit. Es gibt nicht mehrere Startblöcke, sondern zwei Startzeiten. Wir hatten glücklicherweise noch im ersten Fenster um 12 Uhr buchen können. Das erwies sich als super, wurde es doch arg war an diesem 03.10.2014.

Wir gingen zusammen an den Start und dann ging es los. Zunächst konnte ich noch unser gemeinsames, für mich langsames Tempo halten. Doch je mehr Strecke wir hinter uns hatten, desto klarer wurde es für mich, ich konnte so nicht durchhalten. Mit mir gingen die Pferde durch.

Mein Hauptproblem war, dass ich vom Gruppentempo genau zwischen gehen und laufen lag. Ich wurde unruhig. Ich lief immer mal etwas vor und wartete dann. Schließlich fragte ich beide, ob ich loslaufen könne. Als sie ja sagten zog ich ab. Der Einzelkämpfer hatte gesiegt. Allerdings auch nur weil ich gemerkt hatte, dass Nicole und Chrissi gut zusammen laufen konnten. Ich hätte sonst Nicole als untrainierte nicht alleine gelassen.

So zog ich also an nach der ersten Hälfte der Strecke vor dem Anstieg auf die Brücke. Sofort war es da das Laufgefühl, das ich bisher immer hatte und ich fühlte mich frei. Gegen Ende des Jahres fühlte ich mich dann auch nicht mehr ganz so doof weil ich Chrissi und Nicole zurückgelassen hatte. Was an einem Buch lag. Aber dazu später mehr.

Ich wurde im Vorwege immer gewarnt vor dem Anstieg auf die Brücke rauf. Doch es bewahrheitete sich nicht für mich. Ich fand es total ok, denn genau in dem Moment wo ich dachte, dass es nun reicht mit der Steigung, da war der Scheitelpunkt auch schon erreicht.

Als es dann auf der anderen Seite wieder runter ging gab ich richtig Gummi. Am Wendepunkt holte ich mir dann das dringend benötigte Wasser am Versorgungsstand. Dann ging es auch schon wieder mit kurzem Anlauf auf die Brücke hoch.

Am Anfang liefen auf der anderen Seite Chrissi und Nicole gerade die Brücke runter auf den Versorgungsstand zu. Ich reichte Nicole noch schnell ein Energiegel und nahm den Anstieg weiter in Angriff. Alles lief super. Bis ich dann auf der anderen Seite unten ankam und mir dachte die 12km ja nun gleich hinter mir zu haben.

Tja Knoevie, die Rechnung mit der falschen Vorstellung gemacht. Das Stück zurück zum Ziel war dann doch länger als gedacht. Da bekam ich dann mental doch noch echt Probleme. Konnte mich allerdings selbst in den Hintern treten und brachte auch dieses letzte Teilstück hinter mich.

Insgesamt brauchte ich 01:15:21 für meinem ersten Lauf über die Köhlbrandbrücke.

4. Köhlbrandbrückenlauf Urkunde

Ich war super zufrieden. Ging aber auch sofort los und besorgte am Stand von Krombacher für Chrissi und Nicole schnell ein alkoholfreies Bier. Wollte ich damit doch meinen Ausbruch wieder etwas gut machen. Stellte mich dann an den Zieleinlauf und war begeistert das Nicole in 01:38 im Ziel einlief. Ich fand das eine beachtliche Leistung dafür, dass sie so ein doofes Training hatte.

Für mich hatte Nicole das geschafft, was ich mit dem Marathon geschafft hatte. Eine super Leistung, die meine volle Achtung bekam und auch noch bis heute bekommt. Ich war voll happy für sie. Leider sah und sieht sie das bis heute völlig anders und ist wohl zu keinem Event mehr zu bewegen. Zumindest nicht als Teilnehmerin. Zum Anfeuern war sie nun schon des öfteren mit.

Bei Chrissi möchte ich mich an dieser Stelle bedanken, dass sie bei Nicole geblieben ist beim ganzen Lauf.

Wir legen das zusammen dieses Jahr neu auf. Mal sehen was da geht bei uns dann.

Was zog ich aus diesem Lauf?

Ich werde im Wettkampf selber echt zum Egoisten. Ich will mich auspowern und nicht zurückhalten. Laufen ist in solchen Momenten ein echter Einzelkampf. Bis ich das jedoch akzeptieren konnte, fühlte ich mich doch etwas schuldig, dass ich beide alleine gelassen hatte.

Wie es dieses Jahr mit Chrissi wird? Keine Ahnung. Aber sie ist eine erfahrene Läuferin und ich denke wir werden da gut zusammen laufen. Jedenfalls freue ich mich schon darauf.

Bei Nicole finde ich es so super schade, dass sie ihren Erfolg nicht so sehen kann. Ich sehe in ihr ne tolle Läuferin, die da noch einiges an Wettkämpfen schaffen könnte. Aber gut ich akzeptiere es, dass sie es nicht möchte. Aber ganz weg ist sie zum Glück nicht vom Laufen. Sie ist mit Ihrem neuen Freund nun auch wieder regelmäßig dabei und ich habe ja die leise Hoffnung, dass sie da doch noch irgendwann die Kampfsau packt. Die Anzeichen sind da……

Ja und mit diesem Lauf fand dann meine erste Laufsaison mit Wettkämpfen auch ihr Ende. Das Laufen allerdings nicht!

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